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„Go Goethequartier!“

April 29 @ 16:30 - 18:30 CEST

Im urbanen Kontext von Städten und ihrer Quartiere hat sich generell die Fragestellung nach dem künftigen Zusammenleben und der gemeinsamen Gestaltung des Lebensraums im Alltag herauskristallisiert. Diese sollten in der Begegnung stets aktuell kultiviert und in einer Schleife in Bewegung bleiben, um über neue Entwicklungen zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Situation stets informiert zu sein. Gunther Schumann selber hat seine Masterarbeit darüber verfasst. 

Gunther Schumann, geboren am 01.12.1987 in Berlin, ist seit 2009 als freischaffender Künstler und Illustrator in Halle (Saale), Hamburg und an allerlei anderen Orten der Welt tätig. Diverse Stipendien haben es ihm ermöglicht, sich Städten direkt zu nähern. Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Gunther Schumann liegt auf der narrativen Zeichnung und auf konzeptioneller urbaner Kunst. Künstlerische Ausstellungen stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie internationale Kunstprojekte. Viele seiner kreativen Projekte zeichnen sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus. Schwerpunkte seiner Arbeit sind: Kunst, Graffiti, Street-Art, Urbane Kunst, audiovisuelle Kunst, Illustration, Animation sowie  Print- und Webgestaltung. Er begleitet Kunstaktionen häufig mit Workshops.
Die Liste der Ausstellungen (u.a. für den Comicsalon Erlangen und das Bauhaus Dessau) ist lang. Sein Blick ist poetisch, politisch, reflektiert, abwechslungsreich und unkonventionell. Ein weiteres Beispiel für diese experimentelle Arbeitsweise ist das Projekt Street-Comic, das im Rahmen eines Stipendiums der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und des Goethe-Instituts realisiert wurde. Dabei entstand ein achtminütiger Trickfilm, der eine Street-Art-Figur durch den urbanen Raum von Salvador begleitet hat. Street-Comic kombiniert Street-Art-Techniken wie Paste-Ups und Graffiti mit traditioneller Stop-Motion-Puppenanimation. Neben seiner visuellen künstlerischen Tätigkeit ist er auch als Musikproduzent im Bereich der elektronischen Musik und des Hip-Hop aktiv. Gunther Schumann ist geübt darin, live z.B. Inhalte von Vorträgen, Konferenzen und  Meetings mit Graphic Recording  visuell festzuhalten. Ein „gezeichnetes Protokoll“ direkt vor Ort hält die Kernaussagen anschaulich und emotional fest. So entstehen einzigartige und einprägsame Bilddokumentationen, die Inhalte greifbar machen und so im Gedächtnis bleiben. Seine Qualifikation als Grafik-Designer macht das möglich.

Nach der optisch und verbal äußerst interessanten Präsentation von Projekten des Künstlers mit Umsetzungen in Halle ( seinem jetzigen und langjährigem Wohnort) , Hamburg,  Moritzburg sowie auch in Museen kann folgendes festgehalten werden: Im urbanen Kontext von Städten und ihrer Quartiere hat sich generell die Fragestellung nach dem künftigen Zusammenleben und der gemeinsamen Gestaltung des Lebensraums im Alltag herauskristallisiert. Die Bilder, Skulpturen, modularen Stellwände sowie mögliche Kunstkioske, die Holzskulpturen und diverse Informationselemente eines City Loops von Gunther Schumann, befassen sich thematisch mit dem menschlichen Zusammenleben aller Beteiligten. Eine Stadt ist wie eine soziale Skulptur. Die sanierten Bauten  diverser Häuser aus der Jahrhundertwende im Goethequartier, sind aufwendige „Schmuckstücke“ die oft von KünstlerÌnnen fotografiert werden, sodass Kunst und die Baukultur inclusive der innerlichen Räumlichkeiten einen energetischen  „Stadtsoundtrack“ orchestrieren.

Vom 07.-28.Mai 2023 habe ich die Ausstellung  „Come to where the magic happens“ mit Arbeiten von Gunther Schumann und Alexander Roschke in der Galerie Goethe45 kuratiert. Die Städte Leipzig und Mexico City sind sich künstlerisch begegnet und haben einen visuellen Dialog zwischen den beiden Städten geschaffen. In der Vorbereitsphase für diese Ausstellung  habe ich realisiert, dass eine Stadt wie eine „soziale Skulptur“ fungiert. Die Baukultur zeigt sich als vielfaches und saniert schönes Gemälde, dass mit den Interdependenzen zu den Innenräumen einen energetischen  „Soundtrack“ in den Quartieren orchestriert.  Die unsanierten Häuser drängen zum Aufbrauch. Mir kam die Idee, einen Impuls für ein künstlerisch-kommunikatives Leitsystem von Gunther Schumann für das Goethequartier entwickeln zu lassen, dass an verschiedenen Standort im Quartier ein großes Bild schafft. Durch das Gesamtkunstwerk mit dem Namen „Go Goethequartier“ wird es nun BesucherInnen, PassantInnen aber vor allem auch den BewohnerInnen ermöglicht, einzelne urbane Klänge zu kombinieren und sie im besten Falle  im menschliches  Zusammenleben zu einer harmonischen Komposition im gemeinsam wir zusammenzuführen.

Präsentiert wurde ein mögliches Konzept zunächst vor einer kleinen Runde wie der ESG Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe e.V. und dem AFZ I Theo. Im Anschluss wurde die  Idee eines künstlerisch-kommunikativen Leitsystem für den Ortsteil Goethequartier der Leiterin des Stadtplanungsamtes Bremerhaven, Carolin Oltmanns, sowie dem Leitungs-Team der STÄWOG und dem Team Goethe45 von Gunther Schumann in einer ZOOM-Konferenz vorgestellt. Durch die  Endfassung zu “ VORBEREITENDEN UNTERSUCHUNGEN eines  INTEGRIERTEN STÄDTEBAULICHEN ENTWICKLUNGSKONZEPTS für Lehe + Mitte-Nord, nahm das Projekt mit Stand vom 17.03.2023 eine realistische Fahrt für erste Entwürfe auch zur Umsetzung z.B. auf dem Zolli, im Beet, dem Verein Rückenwind für Leher Kinder e.V., der Quartiersmeisterei sowie weiteren Standorten auf.

Details

  • Datum: April 29
  • Zeit:
    16:30 - 18:30 CEST

Veranstalter

  • Goethe 45

Veranstaltungsort